Die pfarrliche Zukunft




Die pfarrliche Zukunft im Leiblachtal

Pfr. Roland Trentinaglia, Pfr. Gehard Mähr, Pater Bernhard Rehm SDS, Pass Niko Pranjic, PGR Gottfried Schwarzmann, PGR Hannes Mühlbacher, PGR Isolde Natter, PGR Monika Lässer, PGR Josef Helbok

Wie wir alle wissen, werden die nächsten Jahre in unserer Patorale spürbare Veränderungen mit sich bringen. So wurde vom Pastoralamt in einem zweijährigen Prozess die „Wege der Pfarrgemeinden“ erarbeitet. Im Jahr 2025, also in 14 Jahren, werden dann vierzig Priester weniger im aktiven pastoralen Dienst stehen. Diese vierzig Stellen werden laut Plan nicht durch Pastoralassistentenstellen ersetzt, sondern einfach gestrichen. Dies sind 25% der Personalstellen der Diözese. Aufgrund dieser Tatsache haben sich am 14.04.2011 die Pfarrer, der Pastoralassistent und die gf. Vorsitzenden der PGR Leiblachtales zu einer Sitzung getroffen und folgenden Brief an den Bischof, den Generalvikar, den Pastoralamtsleiter und die verschiedenen Gremien der Diözese geschrieben.

„Gebt den Pfarren die Pfarre zurück.“

Uns ist die Notwendigkeit einer Langzeitplanung „Wege der Pfarrgemeinden 2025“ bewusst. Mit dem von der Diözese angedachten Ergebnis können wir jedoch keineswegs zufrieden und einverstanden sein.
Beim Pastoralgespräch für das Dekanat Bregenz am 27. Jänner 2011 im Kloster Lauterach haben wir unsere Einwände bereits vorgebracht. Aus unserer Sicht wurden diese jedoch nicht ausreichend wahrgenommen.
Nach einer intensiven Diskussion stellen wir unsere gemeinsamen Sorgen dar:
1.) Die Strukturplanung 2025 sieht für die Pfarrverbände Lochau – Eichbenberg und Hörbranz – Hohenweiler – Möggers eine Personalplanung mit 1,0 Priester + 0,3 Pastoralassistent bzw. 1,5 Priester + 0,7 Personalassistent vor.
2.) Die pastorale Arbeit wird zukünftig noch zeit- und planungsintensiver werden. Aus diesem Grund können diese Aufgaben auf Basis der vorgelegten Personalplanung nicht erfüllt werden.
3.) Die jetzt gut funktionierenden pfarrlichen Strukturen können unter diesen Vorgaben nicht erhalten werden. Es ist unsere Erfahrung, dass die Bereitschaft zu ehrenamtlicher Mitarbeit jetzt schon deutlich abnimmt, weil viele Menschen in unseren Pfarrgemeinden vom Reformstau und der Perspektivenlosigkeit unserer Kirchenführung enttäuscht sind. Besonders ernst ist die Situation bei den Frauen, die vor allem aus beruflichen Gründen keinen Möglichkeit mehr haben, ehrenamtliche Aufgaben in den Pfarrgemeinden zu übernehmen.
4.) Durch verordnete Strukturen findet ein Abbau des Verantwortungsbewusstseins zu ehrenamtlicher Mitarbeit in den Pfarren statt. Beheimatung und Zugehörigkeitsgefühl zu unserer Kirche gehen verloren.
5.) Mit dieser angedachten Personalplanung werden Priester zu Managern degradiert. Für wichtige pastorale Aufgaben und Gespräche wird es kaum mehr Zeit und Möglichkeit geben. Dies bedeutet ein schwerwiegender und langfristiger pastoraler Verlust für alle Priester und für alle Menschen.
Wir sind uns bewusst, dass wir uns in einer schwierigen Umbruchszeit in Gesellschaft und Kirche befinden. Um diese Übergangszeit positiv zu gestalten, braucht es nicht weniger, sonder mehr Personal. Unsere Vision ist, dass bewährte Christen als GemeindeleiterInnen von den Pfarren gewählt, vom Bischof bestätigt, ausgebildet und geweiht werden.
Wir wollen „nicht den Untergang verwalten, sondern den Übergang gestalten“ – Bischof Klaus Hemmerle

Wege der Pfarrgemeinden

Letzter Stand zu „Wege der Pfarrgemeinden" aus Lochauer Pfarrblatt 03/ 2011 (August-Oktober)

.... Im Blick auf diese Situation haben wir Priester, der Pastoralassistent und die gf. Vorsitzenden des Leiblachtales in zwei Stellungnahmen unsere Sorge zum Ausdruck gebracht (Pfarrblatt Nr. 02/2011). Wir waren zu einem Gespräch mit Generalvikar Dr. Elbs und Pastoralamtsleiter Dr. Schmolly in Feldkirch. Leider kam es zu keinerlei Annäherung in Bezug auf unser Anliegen. Aus unserer Verantwortung für die Seelsorge in der Zukunft wiederholen wir deshalb unsere Erwartung an die Diözese: Wenn die Finanzmittel für die Bezahlung der in der Diözese angestellten Priester, Diakone, Pastoralassistentinnen weniger werden, dann muss die Aufteilung der vorhandenen Finanzen auch mit den Verantwortlichen in der Pfarrpastoral besprochen werden. Solch gravierende Einschnitte dürfen nicht ohne Rücksprache mit der Basis in einem kleinen Kreis entschieden werden.

Pfr. Gerhard Mähr, PAss. Niko Pranjic, gf. Vorsitzender des PGR Josef Helbok