Reisebericht Ghana


Reisebericht: Ghana
26.Dezember 2011 bis 10. Jänner 2012

von Christa und Walter Heidegger

Der Anlass für unsere Reise nach Ghana war das silberne Priesterjubiläum von Pater Bona.

Nach zweitägiger Reise kamen wir am Abend des 27. Dezember bei P. Bona zuhause an und konnten die Vorbereitungen für das große Fest miterleben. Die Männer schlachteten ein Schwein und eine Kuh, die Frauen kochten in großen Töpfen und brauten viel Hirsebier, das Haus wurde auf Hochglanz gebracht, da man viele Gäste erwartete.

Am 31. Dezember feierte P. Bona die Festmesse bei der Hauptschule, da die Dorfkirche viel zu klein gewesen wäre. Der Diözesanbischof und der Erzbischof, viele Freunde und Verwandte aus nah und fern waren gekommen und natürlich viele Leute aus Bonas Heimatdorf Saa. Die Messfeier mit viel Tanz, Musik und Gesang dauerte fast drei Stunden. Danach ging das Fest weiter mit Essen und Trinken für die geladenen Gäste zu Hause und für die Dorfbevölkerung wurden an verschiedenen Plätzen Speisen und Getränke ausgegeben. Für uns ging dieses schöne Fest dann nahtlos über in eine Silvesterparty. Wir saßen bei fast 30° im Hof und lachten und tanzten mit der Großfamilie bis man um 24 Uhr „Jonpala" - ein gutes neues Jahr - wünschen konnte. Von den Höfen rundum hörte man noch lange das Trommeln, das uns ins neue Jahr begleitete.

Auch am Neujahrstag war die Dorfkirche viel zu klein und viele feierten den Gottesdienst auf dem Kirchplatz mit. Nach der Messe bekamen wir von der Pfarrgemeinde einen Hahn als Gastgeschenk. Die Frauengruppe berichtete uns über ihr Projekt und sie bedankten sich nochmals für das Startkapital. Sie machen Hirsebier und „Küechle" zum Verkauf auf dem Markt und züchten Schweine. Vom erwirtschafteten Geld geht ein Teil auf ein Gemeinschaftskonto und der Rest wird an die Frauen ausbezahlt. Derzeit sind ca. 70 Frauen bei der Gruppe, die meisten sind Witwen. Für ihr weiteres Vorhaben Seife zu produzieren, konnten wir ihnen wieder 500,- Euro übergeben.

Montag, 2. Jänner: ab heute wird gearbeitet! Beim Traktor war ein großes Service fällig. Beim Anhänger war ein Radlager kaputt und wurde repariert, der Rahmen war gebrochen und musste geschweißt und verstärkt werden. Die beiden müssen sehr viel leisten bei Staub und „Schüttelstraße". Die Photovoltaikanlage und Solarwasserpumpe, die das Wasser ca. 50 Höhenmeter pumpen muss, wurde kontrolliert und es ist alles ok.

Natürlich schauten wir auch zu den Schulgebäuden und Lehrerwohnungen. Wegen den Weihnachtsferien konnten wir aber die Lehrer nicht treffen. Die Termiten (große Ameisen) fressen bei Türen und Fensterrahmen das Holz. Darum werden die Fenster jetzt durch Lochziegelsteine ersetzt und die Türen müssen erneuert werden. Beim Kindergarten hat leider ein starker Sturm das Blechdach samt Dachstuhl weggerissen.

Unsere deutschen Freunde Antonius und Guste, die vier Monate bei Pater Bona sind, helfen bei den Reparaturarbeiten mit. Es war sehr schön, die beiden wiederzusehen und an den langen Abenden (ab 18 Uhr wird es dunkel) mit ihnen im Hof bei einem Bier zu plaudern und über mögliche Verbesserungen nachzudenken. So verging auch die zweite Woche sehr schnell und wir mussten wieder von Saa Abschied nehmen.

Nach ca. 500 km Autofahrt machten wir noch Station im Priesterseminar in Tamale, wo Pater Bona Professor ist. Von dort flogen wir am 9. Jänner nach Accra und weiter mit Zwischenlandung in Lissabon nach München. Am Nachmittag des 10. Jänner kamen wir wohlbehalten und mit vielen Erinnerungen nach Hause.

Walter und Christa