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Die Pfarre Möggers

Peter Gomm
Kulturhistorischer Verein von Eichenberg und Möggers

Die Pfarre Möggers bestand ursprünglich nur aus dem Pfarrdorf mit 12 (jetzt im Jahre 1897 14 Häusern) sowie Geigers 2 (jzt.3) und Ried mit 1 Haus. Durch ein k.k. Hofdekret von 1785 wurden dieser Pfarre zugeteilt: Bromatsreute mit 1 Haus (bis dahin in der Pfarre Bregenz) und Großen 2, Bildstein 2, Stadlers 2, Ramsach 2, Sättels 3, Stadels 4 (jzt. 3), und Kurlismühle mit 2 Häusern, alle aus der Pfarre Hohenweiler. Später, im Jahre 1820 kamen ebenfalls aus dieser Pfarre hinzu: Buchans mit 3 (jzt. 5), Weienried mit 7 (jzt. 10) und Dietenmühle mit 1 Haus.
Die drei letztgenannten Orte gehörten zur Pfarre Scheidegg und wurden anno 1815 im Zuge der Grenzregulierung der Pfarre Hohenweiler zugeschlagen. Alle diese aus Hohenweiler genannten Höfe kamen 1833 auch politisch zur Gemeinde Möggers. Vor dem Jahre 1783 war die Pfarre Möggers dem Dekanat Stiefenhofen zugeteilt, danach bis 1815 dem Dekanat Weiler und anschließend bis 1822 dem Dekanat Sulzberg.
Von den Anfängen der Pfarre Möggers ist nicht viel bekannt, da die Urkunden im Jahre 1632 verloren gegangen sind. In diesem Jahr wurde der Anführer der Kaiserlichen, Graf Hannibal von Hohenems in einem hitzigen Gefecht bei Scheidegg von den Schweden geschlagen, worauf diese sowohl Scheidegg, als auch vermutlich das benachbarte Möggers in Brand gesteckt haben.
Als im Jahre 1738 die baufällig gewordene Pfarrkirche niedergerissen wurde, stieß man auf Grundmauern, welche vermutlich von einem alten Jagdschloß stammten. Mit eben diesem Jagdschloß soll der 30,5 m hohe, „uralte“ Kirchturm in Zusammenhang stehen. Ein alter Urbar, auf welchem ein Jahrtag aus dem Jahre 1432 angemerkt ist belegt, daß die Gründung der Pfarre mindestens bis Anfang des 15. Jhdts. zurückreicht.
Nach Erhalt der Bewilligung im Jahre 1738 vom Hochw. Generalvikar in Konstanz wurde die Pfarrkirche unter Pfr. Joh. Georg Mayer neu erbaut. Bei den Gesprächen zur Finanzierung des Neubaus gab es einen Hinweis, daß die Pfarre nebenbei auch noch „die Last der Ulrichskapelle zu tragen habe“. Eine Begutachtung derselben ergab dann, dass sich die Kapelle gegenwärtig in so gutem Zustand befindet, dass „eine Reparatur voraussichtlich auf lange Zeit hinaus nicht notwendig ist“.
Die neue Pfarrkirche wurde am 27. Juli 1746 vom Hochw. Weihbischof von Konstanz Franz Karl Joseph Fugger zum hl. Ulrich als künftigem Schutzpatron geweiht.

Die Gemeinde Möggers

In der nördlichsten Ecke von Vorarlberg befindet sich das Leiblachtal, welches sich über die fünf Gemeinden Lochau, Hörbranz und Hohenweiler im Tal, sowie Möggers und Eichenberg auf der Höhe erstreckt. Die Gemeinde Möggers liegt auf dem Ausläufer des Pfänderrückens, an der Grenze zu Scheidegg im Allgäu in einer Höhenlage von 620 bis 1066 m.
Die wunderschöne Lage von Möggers lässt einen traumhaften Ausblick über den Bodensee und das schwäbische Gebiet bis zum Schwarzwald zu.
Auch auf dem Gemeindewappen von Möggers finden wir den hl. Ulrich.
„Auf blauem Schild das Bildnis des heiligen Ulrich mit goldenem Mantel, roter Mitra und goldenem Bischofsstab in der rechten und einer roten Bibel mit goldenem Fisch auf der linken Hand.
Erstmals urkundlich erwähnt wird Möggers in der „Bulle Innozens“ IV.  im Jahre 1249 als „an dem Ogiez“. Das Gotteshaus Mehrerau soll ebendort eine Mühle besessen haben. In einer weiteren Urkunde aus dem Jahre 1353 scheint der Ort als „zem Oggers“ auf.
Über lange Zeit im Besitz der Montforter, wird unter anderem Möggers mit Eichenberg von den Habsburgern im Jahre 1523 durch Kauf erworben.  Bis zum Zusammenbruch der Monarchie nach dem 1. Weltkrieg war Möggers somit ein Teil des großen Reiches der Habsburger, mit einer kurzen bayerischen Unterbrechung von 1805 bis 1814.
Im Jahre 1922 trennte sich Eichenberg von Möggers ab und wurde eine selbständige Gemeinde.
Die Land,- und Forstwirtschaft war seit jeher der wichtigste Erwerbszweig der Bewohner von Möggers. Der Wald,- und Wasserreichtum in der Höhe förderte das frühe Entstehen von Mühlen und Sägen. Bereits um 1600 waren etliche Mahl,- und Sägemühlen, deren Standorte heute noch bekannt sind in Betrieb. Erst etwas später erlebte das Köhlerhandwerk eine Blütezeit. So sind heute noch im ganzen Raum viele sogenannte Kohlplätze bekannt. Die Kohle, sowie die gesägten Bretter wurden zum Bäumle nach Lochau transportiert, eingeschifft und exportiert. Besonders die Bretter fanden guten Absatz, denn sie waren „so fein geschnitten“ dass laut einem Bericht von 1835 ein nach Frankreich gereister Lindauer „hinter Paris Bretter aus Möggers“ erkannt haben soll. Die Landwirtschaft entwickelte sich immer weiter, es wurde Roggen und Hafer gepflanzt und aus der Viehzucht erzielte man  „erhebliche Erlöse“. Sehr positiv auf die Entwicklung wirkte sich die im Jahre 1774 durchgeführte Vereinödung der Güter aus, welche zu den heute bekannten zusammenhängenden Grundstücksflächen um die Bauernhöfe führte.
Im Mittelalter führte eine der vielen sogenannten „Salzstrassen“ aus den Salinen in Solbad Hall über Möggers an den Bodensee. Waren es erst Saumpfade, auf welchen die Säumer mit den Pferden das Salz transportierten, kamen später  die Fuhrwerke, für welche die Pfade zu Wegen ausgebaut werden mussten. Wie man sich vorstellen kann, war der steile Weg über die „Rucksteig“ ins Tal, welcher auf Kaiserlichen Erlaß im Jahr 1544 ausgebaut wurde ein besonderes Kriterium für die Fuhrwerker. Es ist nachgewiesen, dass an einer Stelle im Allgäu (Jochstrasse) vom 1. Oktober 1661 bis zum 1. Oktober des darauffolgenden Jahres 15850 Fässer Salz Richtung Bodensee transportiert worden sind, wobei bestimmt nur ein Teil davon schließlich den Weg über die Rucksteig nahm. Am Hafen Bäumle in Lochau sollen im Jahre 1757 etwa 6500 Salzfässer verschifft worden sein. Jedenfalls hat es „dichten“ Fuhrwerksverkehr mit vielen Regeln und Vorschriften gegeben haben.
Bis um 1830 wurden in Möggers große Mengen an schwarzen Herren - Strohhüten gefertigt. Etwa zur gleichen Zeit nahm die Flachspinnerei immer mehr zu und wurde in kurzer Zeit zum wichtigsten Nebenerwerbszweig.
Ende des 19. Jhdts. produzierten einige Bauern auf dem eigenen Hof Käse und Butter aus ihrer Milch. Aus diesen Privat Sennereien entwickelten sich ein paar Sennerei - Genossenschaften, deren Ziel es war, die Milch gemeinsam zu verwerten und zu vermarkten. Heute existiert nur noch die Sennerei Bantel in Rucksteig, welche sehr erfolgreich den weithin bekannten und prämiierten Camembert Käse erzeugt.