Das Vortragekreuz
von Möggers
Bronze, 22 (+7) x 17 cm |
Das „Vortragekreuz“ von Möggers
Peter Gomm
Kulturhistorischer Verein von Eichenberg
und Möggers
Das Geheimnis des verschwundenen, fast
sagenumwobenen Kruzifixes aus der Kapelle konnte geklärt werden.
„Das Vorarlberger Landesmuseum in Bregenz
hat bestätigt, dass dieses Kruzifix um 1965 in den Bestand aufgenommen
worden ist und nun in einem Schaukasten besichtigt werden kann“.
Gerhard Grabher beschreibt das „Werthvolle
Alterthum“ so:
Es ist erstaunlich, daß
sich in dem kleinen Vorarlberg neben dem Bronzekreuz von Möggers eine
beachtliche Anzahl von romanischen Bildwerken erhalten hat: Zwei Altar-
bzw. Vortragekreuze, der Türring von Andelsbuch und vier Fronbogen,-
oder Triumphkreuze. Das Vortragekreuz von Möggers selbst entspricht
weitgehend bekannten Typen: Die Körperhaltung des Gekreuzigten ist
streng frontal, nur gemildert durch die Neigung des Hauptes nach rechts.
Die Arme sind waagrecht ausgestreckt und die Hände mit nach innen
gelegten Daumen zum Segensgestus erhoben. Das Haupt mit der kurzen Stirn,
der langen kantigen Nase und dem langen Kinn ist seltsam unförmig,
was durch den dichten Bart und die mehrfach gerillten Strähnen des
Haupthaares noch her- vorgehoben wird. Die Rippen sind durch leichte Gravierung
angedeutet. Vergleichsbeispiele – etwa für die grobschlächtige
Behandlung des Kopfes in den älteren Teilen der Bronzetüren von
San Zeno in Verona – oder für die weich fließenden Formen der
Gliedmaßen in den Portalbronzen in Augsburg legen eine Datierung
in die 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts nahe, lassen aber den Entstehungsbereich
offen. Beim heutigen Stand des Wissens wird kaum zu klären sein, ob
das Kruzifix in Augsburg, Verona oder gar in einer kleineren Gußwerkstätte
des Etschtales entstanden ist. Sicher jüngeren Datums sind dagegen
die Glassteine in den fast quadratischen Scheiben an den Enden der Kreuzbalken,
da ältere Aufnahmen nur Löcher zeigen. Ob ursprünglich Edelsteine
("Crux gemmata") oder Symbole der Evangelisten und am oberen Schaftende
die Hand Gottes angebracht waren, muß fraglich bleiben.
Bemerkung:
Im Jahre 1964 fand in der Minoritenkirche
von Krems an der Donau eine Ausstellung mit dem Titel „Romanische Kunst
in Österreich“ statt. Dabei zählte das Vortragekreuz von Möggers
zu einem der Beiträge des Bundeslandes Vorarlberg. Vermutlich wurden
in diesem Zusammenhang ausstellungswürdige Objekte in den Vorarlberger
Kirchen gesucht und nach der Ausstellung vom Vorarlberger Landesmuseum
übernommen. |